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Zehntausende Einfamilienhäuser verfügen in Österreich über schlechte bis gar keine Dämmung im obersten Geschoßbereich. Wer jetzt noch kurzfristig die Heizkosten reduzieren und damit Geld sparen möchte, kann das innerhalb eines Wochenendes bewerkstelligen. Das jährliche Einsparpotential liegt bei einem 50er-Jahr-Haus bei 1.200 Liter Heizöl – die Materialkosten amortisieren sich bereits in 10 Monaten.
Besitzer von sanierungswürdigen Einfamilienhäusern lassen sich oft von den Gesamtkosten einer thermischen Sanierung abschrecken, für die in eine Fassadendämmung, eine neue Heizungsanlage und den Tausch von Fenstern und Türen zu investieren ist. Dass man bei der Dachbodendämmung mit vergleichsweise geringem Arbeits- und Kostenaufwand einen gewaltigen Einspareffekt erzielen kann, wissen noch die Wenigsten. Die GPH Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum hat das Einsparpotenzial von Einfamilienhäusern* aus den 50er und 90er Jahren sowie ein Worst-Case-Szenario analysiert. Selbst bei relativ neuen Gebäuden, bei denen der Dachboden nicht ausgebaut wurde, rechnet sich eine Dämmung der obersten Geschoßdecke allemal, denn bis zu 40 Prozent der Heizenergie verpufft durch schlecht gedämmte Dächer.
Amortisation innerhalb von 3 bis 24 Monaten
„Kaum zu glauben aber wahr. Mit Materialkosten von unter 1.000 Euro und ein wenig handwerklichem Geschick kann zum Beispiel ein Einfamilienhaus am Attersee aus den 50er Jahren, das über eine schlecht gedämmte oberste Geschoßdecke verfügt, bereits für die neue Heizperiode 1.200 Liter Heizöl oder 1.200 Euro einsparen. Im Worst-Case, einem Haus mit reiner Betondecke, käme man sogar auf eine Einsparung von 3.800 Liter Heizöl“, fasst Dr. Clemens Demacsek, Geschäftsführer der GPH, die Ergebnisse seiner Berechnungen zusammen. Bei Verwendung einer 20 cm dicken Styropor-Dämmplatte EPS-W 20 amortisiert sich beim 50er-Jahr-Haus die Dachbodendämmung bereits innerhalb von 10 Monaten, beim Worst-Case sogar in 3 Monaten. Selbst bei einem Einfamilienhaus aus den 90er Jahren, bei dem der Dachboden nicht ausgebaut wurde, amortisiert sich die Dachbodendämmung innerhalb von zwei Jahren. „Ganz abgesehen davon, dass mit dieser Maßnahme auch noch einiges an CO2 reduziert und mehr Behaglichkeit im Wohnraum erzielt wird.“
Worauf man achten sollte
Bei der Dachbodendämmung ist zunächst einmal zu berücksichtigen, dass diese auf einem ebenen Untergrund verlegt werden muss. Gegebenenfalls ist eine Sandausgleichsschichte aufzubringen. Die Dämmstoffschichte sollte idealerweise zweilagig ausgeführt werden, wobei die zweite Lage versetzt verlegt wird. Dadurch werden Spalten und somit Wärmeverluste vermieden. Als Abschluss empfehlen sich – nicht zuletzt wegen der besseren Begehbarkeit – Abdeckplatten aus Holz- oder Gipsfasern. Alternativ können für die obere Lage auch Dachbodendämmelemente verwendet werden, die aus einer Wärmedämmplatte mit versetzt aufgeklebter Schutzplatte bestehen. Damit ist der Gehbelag gleich mit der Verlegung der zweiten Lage hergestellt. Die Dachbodendämmelemente können ganz einfach mit dem Fuchsschwanz zugeschnitten werden.
Auf eine Dampfsperre kann zumeist verzichtet werden. Wenn jedoch unterhalb der Decke ein Raum mit großer Feuchtebelastung liegt, wird empfohlen, in diesem zur Decke hin eine Dampfbremse anzubringen, damit aufsteigende Feuchtigkeit nicht in die Deckenkonstruktion gelangt. Im Zweifelsfall sollte ein Professionist zu Rate gezogen werden.
* Den Berechnungen liegen folgende Paramenter zugrunde:
Worst Case in 5582 Sankt Michael im Lungau Heizgradtage HGT = 5003 Kd/a U-Wert Decke = 3,39 W/m²K
EFH 50er Jahre in 4861 Schörfling am Attersee Heizgradtage HGT = 4222 Kd/a U-Wert Decke = 1,35 W/m²K
EFH 90er Jahre in 1230 Wien Heizgradtage HGT = 3446 Kd/a U-Wert Decke = 0,71 W/m²K
Oberste Geschoßfläche mit 70 m²
Dämmung mit 20 cm Styropor-Dämmplatten EPS-W 20
Verwendung einer Ölheizung vor 1995 mit Nutzungsgrad 0,63 |